Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Konrad Celtes’ Epigramme
  
Quelle Nr. 049

  

  
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Zeit: um 1487
  
Herkunft: Stadtbibliothek Nürnberg, handschriftlicher Codex der Opera Conradi Celtis in poetica, Lib. IV epigr. Nr. 90, Druck: Karl Hartfelder, Fünf Bücher Epigramme von Konrad Celtes (Berlin 1881), S. 92; – b) Druck: Engelberti Klüpfelii de vita et scriptis Conradi Celtis Protucii, (Hrsg.: Joh. Kaspar Ruef und Carolus Zell), Pars prior, Freiburg i. Br. 1827, S. 154; – c und d) Univ.bibliothek Innsbruck, Mspt. Des XVI. Jahr. Cod. Nr. 664, Fol. 51, Druck: Anton Zingerle, Beiträge zur Gesch. der Philologie I., De carminibus latinis saec. XV. et XVI. ineditis (Innsbr. 1880), S. 70<
  
Kommentar: Konrad Celtes, alias Konrad Pickel aus Wipfeld in Franken, zählte zu seiner Zeit zu den bedeutendsten humanistischen Dichter, auf dem Reichstag von Nürnberg am 18. April 1487 vom Kaiser zum «poeta laureatus» gekrönt. 1492 wird er Professor für Poetik und Rhetorik in Ingoldstadt. Er starb am 4. Februar 1508. Seine Werke, vorwiegend in lateinischer Sprache, wurde verschiedentlich gedruckt. – Unter den Dichtern jener Zeit war es üblich, «Epitaphe» (Nachrufe) bereits zu Lebzeiten der betreffenden Personen zu schreiben. So wäre es möglich, dass Konrad Zeltes bereits 1482 mit der Niederschrift der Verse über Bruder Klaus begonnen hatte. – Die Freiheit der Dichter ... jedenfalls stimmt dabei, historisch gesehen, nicht immer alles. Die letzte Zeile im Epitaph erscheint ziemlich irreführend; diese Stadt wäre ja St. Gallen und ist einige hundert Kilometer entfernt. Andererseits ist der Kirchenpatron von Kerns ebenfalls der heilige Gallus. Der Dichter als Lebemann ... durch Unverständnis entsteht oft auch Verhöhnung, was im letzten hier aufgeführten Epigramm der Fall ist und hin und wieder die Dichtkunst fragwürdig macht.
  
Referenz: Robert Durrer, Bruder Klaus-Quellenwerk, 400–401

  

   a) Epitaph des Eremiten Bruder Klaus:
  
Weder von Hunger gequält, noch je von Speise genährt;
Ich wohnt' auf eisiger Alp unter kahlgetürmeten Felsen,
Wo vom heiligen Gall führet den Namen die Stadt.
  
b)
  
Fünfzehn Jahre sass jener Vater Niklaus auf der Alpe
Ohne dass je sein Mund menschliche Speise empfing;
Sei es, dass Gott ihn nährte, oder die würzige Bergluft
Dieses heiligen Mann's himmlisches Dasein erhielt.
  
c)
  
Auf das Bild des Nikolaus aus dem Schweizerland,
der viele Jahre ohne menschliche Speise lebte:
Klaus erhielt seinen Leib ohne alle menschliche Speise.
Fastend erhielt er sich doch viele Jahrzehnte hindurch.
Wird es zu glauben dir schwer, so betrachte das traurige Bildnis:
Dieses bezeuget es klar: Lange gehungert er hat.
  
d)
  
Der dickbäuchige Westfale bringt einen vollen Bierhumpen
dem traurigen Bildnis des Klaus: Trink doch, nimm einen Schluck,
einen tiefen und stärke den Körper;
Warum quälst du, o Klaus, die langen Gedärme mit Durst? –
    
  
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Letzte Dateiänderung: 04.09.2009 14:19:10